Improvisation & Agilität: für Leben & Arbeit 4.0

 Angewandte Improvisation & Agilität: für Leben & Arbeit 4.0.
Improvisation & Agilität

Improvisation & Agilität: für Leben & Arbeit 4.0

Improvisation & Agilität. Ein wichtiger Schlüssel zur Steigerung der gelebten Resilienz für Leben & Arbeit 4.0.

Agilität

Agilität steht für die Fähigkeit von Menschen und Organisationen, sich an häufig wechselnde Rahmenbedingungen anzupassen und auf unvorhergesehene Ereignisse und neue Anforderungen flexibel zu reagieren. Sie begegnen Veränderungen nicht nur reaktiv, sondern auch proaktiv.

Improvisation

Improvisation bedeutet etwas ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif dar- oder herzustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Improvisation auch den spontanen praktischen Gebrauch von Kreativität zur Lösung auftretender Probleme. (Quelle Wikipedia)

Coronapandemie

Die Coronapandemie hat uns auf eindringlichste Weise gezeigt, dass wir beides benötigen. Von heute auf morgen mussten wir (pro)aktiv reagieren und uns auf mitunter komplett neue Rahmenbedingungen einstellen: Verbot der Berufsausübung, Homeoffice, stark eingeschränktes soziales Leben, keine Kinderbetreuung u.v.m. Und wir mussten aus dem Stegreif Kreativität beweisen und Lösungen finden: z.B. Homeoffice in der Küche, Yoga online, Glühweinstand im Garten mit Fassfeuer & Freunden.

Komfortzone verlassen

Man sagt „Not macht erfinderisch“ und es stimmt. Aber dafür müssen wir unsere Komfortzone verlassen. Dazu sind wir aber häufig nicht bereit, zu bequem haben wir uns in dieser eingerichtet. Aber wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, sind wir deswegen noch lange nicht mit allem zufrieden. Vielleicht ärgern wir uns manchmal über uns selbst, weil wir uns nicht trauen, den Mund aufzumachen aus Angst vor Unannehmlichkeiten. Weil wir in unserem Inneren merken, dass wir zu bequem geworden sind und uns deswegen Neues ein unangenehmes Gefühl verursacht und vielleicht sogar Angst bereitet.

Vor vielen Jahren habe ich in England ein intensives Improvisations-Training besucht: „Drama Techniques in the classroom“ durchgeführt von einem australischen Schauspieler. Wir waren eine Gruppe Lehrer aus ganz Europa. Ich war sofort begeistert von dieser Leichtigkeit und der Gemeinschaft. Am letzten Tag stand eine Show an: Unsere Gruppe sollte eine Show vor dem  ganzen Institut (wir waren auf dem großen Uni-Campus der Universität Cambridge untergebracht, also viele Zuschauern würden kommen) aufführen. Fast die ganze Gruppe war bereit, daran teilzunehmen, ein paar jedoch hatten Zweifel, einige deutsche Teilnehmer, darunter auch ich. Was ist, wenn wir einen Hänger hätten und uns blamieren würden? Sollte ich wirklich teilnehmen? Dann sagte Antonia, eine Italienerin, zu mir: „Bettina, it’s just a game.“ (Es ist nur ein Spiel.) Und mir wurde bewusst, wie recht sie hatte. Ich nahm teil und wir hatten alle sehr viel Spaß während der Show. Für mich persönlich ist es heute eine wunderschöne Erinnerung an wunderbare Menschen.

Ja zu Fehlern, nein zu Perfektionismus

Diese Erfahrung hat mir nochmals deutlich gemacht, wie sehr uns unser Perfektionismus im Weg stehen kann. Qualität ist sehr gut und wichtig, aber jeder Mensch macht Fehler. Englisch sprechen ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Als Nicht-Muttersprachler werden wir nicht umhinkommen, Fehler zu machen. Englisch ist Mittel zum Zweck, nicht mehr und nicht weniger. Und so werden wir auch in unserem (Arbeits-)Leben immer wieder Fehler machen. Das Wichtigste ist, aus Fehlern zu lernen. Wer Fehlern ungezwungen gegenübersteht, ist viel eher bereit, Neues auszuprobieren.

Und so geht es bei der Improvisation um mehr Gelassenheit, aber auch Professionalität, sich auf das Unbekannte und auf die Ideen anderer einzulassen. Das hilft, mehr Agilität & Improvisationsvermögen im Alltag zu entwickeln.

Hier ein paar wichtige Improvisationsregeln. Fangen wir an mit der für das Improvisationstheater grundlegenden Leitidee:

  • „Ja und …“ statt „Ja, aber …“ – fördert das Denken in Lösungen, den Gestaltungswillen im Gegensatz zum Denken in Problemen. Unser Denken beeinflusst unsere innere Haltung, das Impro-Mindset ist: „Ja und …“
    Ein Beispiel findet Ihr hier: „Ja, aber …“ „Ja und …“
  • Lass den anderen gut darstehen führt zu einer viel erfolgreicheren und angenehmeren Zusammenarbeit mit deutlich weniger Reibungsverlusten. Deswegen nehmen wir das Angebot der anderen Teilnehmer wertschätzend an.
  • Ja zu Fehlern!  oder Toleranz gegenüber Störungen – bedeutet nicht, dass Fehler und Konflikte ignoriert oder gemieden werden. Sie werden wohlwollend akzeptiert und integriert. Das führt zu einer Kultur des Miteinanders, der Offenheit und Freude am Lernen.
  • Eine entspannte & vertrauensvolle Atmosphäre schafft Raum für Kreativität & Leichtigkeit.

Hauptsache Gelassenheit

Ella Amann von der Akademie Akademie impro live! schreibt, “ dass die natürliche Erstreaktion des autonomen Nervensystems auf Fehler und Irritation nicht Ärger oder Wut ist, sondern das Lachen. Davon lebt das Improvisationstheater.“ Humor & Gelassenheit, Ja zu Agilität – Angewandte Improvisation bietet all das und persönliches Wachstum. Ein wichtiger Schlüssel zur Steigerung der gelebten Resilienz in der agilen und dynamischen Welt: Leben & Arbeiten 4.0.

Deswegen beinhalten meine Resilienz-Trainings immer auch Elemente aus der Angewandten Improvisation für Freude & Leichtigkeit. Interessiert? Dann lies weiter unter: Resilienz-Training für innere Stärke & Gelassenheit