November 2016: Eine gemeinsame Sprache

Michaela, eine Teilnehmerin von uns, beindruckt mich immer wieder: Mit ihrem Hobby hat sie ihr Englisch enorm verbessert. Und nicht nur das: Mit ihrem Hobby hat sie Freundschaften weltweit geschlossen, auch in Amerika.

Aber lest am besten selbst, was Michaela geschrieben hat:

Englisch ist eine Weltsprache. Wo Menschen aus aller Welt zusammen kommen, wird Englisch gesprochen.

Conventions sind dafür ein Beispiel. Conventions sind Veranstaltungen, auf denen Schauspieler einer TV-Serie oder eines Films mit ihren Fans zusammentreffen. Die erste und bekannteste Convention ist Star Trek (in Deutschland FedCon), die Fans sind bekannt als Trekkis. Die größte Convention ist die Comic Con in San Diego, die einmal jährlich stattfindet. Angefangen als Comic Messe, hat sie sich zu einem wichtigen Treffen von Schauspielern, TV-Machern und Fans entwickelt. Comics spielen natürlich auch weiterhin eine große Rolle.

Ein konkretes Beispiel, das ich anbringen möchte, sind die Conventions der Mystery Serie „Supernatural“. Supernatural war die erste Serie die Conventions familiär ausrichteten. Die weltweite Fangemeinde, Cast und Crew nennt sich Supernatural Family.

Die Conventions finden überwiegend in verschiedenen Städten der USA statt, aber auch in vielen anderen Ländern.  Bei der VanCon in Vancouver, wo der überwiegende Teil aller US-Serien gedreht wird, hat man die Gelegenheit, neben einer hohen Zahl von Darstellern auch Mitglieder der Crew zu treffen. Supernatural Fans möchten auch mehr von der Arbeit hinter der Kamera erfahren und die Mitarbeiter hinter der Kamera sind genauso bekannt wie die vor der Kamera.

Die beliebteste Convention außerhalb von Amerika bei Fans und Schauspielern ist die Jus in Bello (JiB) in Rom, die jährlich im Mai stattfindet. Hier kommen die meisten Schauspieler zusammen und auch der eine oder andere Macher der Serie. Ein besonderes Highlight ist, dass die beiden Hauptdarsteller Jensen Ackles und Jared Padalecki jedes Jahr dabei sind. Sie haben hier mehr Auftritte als in den USA, wo sie nur auf zwei Panels zu sehen sind. Die Stars haben viel Spaß auf der JiB und das merkt man ihnen auch an. Schauspieler Sebastian Roche erzählte einmal, für sie alle sei Rom wie ein großes Ferienlager. Ein Fan beschrieb es einmal so: „Das Hilton ist für ein Wochenende eine große Jugendherberge. Und am letzten Tag riecht es auch so.“ Da Supernatural keine „Teenie-Serie“ ist, ist der Altersdurchschnitt der Fans relativ hoch und trotz aller Aufregung bleiben unangenehme Situationen, wie sie auf einer Convention z. B. von Vampire Diaries vorkommen können, aus. Auch hat Supernatural eine vergleichsweise hohe Zahl an männlichen Fans.

Die JiB ist die internationalste Convention. Die Schauspieler sind immer wieder begeistert, woher aus aller Welt ihre Fans angereist sind. Nicht nur Europa ist vertreten, auch Fans aus den USA kommen nach Rom, da die JiB im Vergleich zu den Conventions in Amerika vergleichsweise klein ist. Es kommen Leute aus Neuseeland, Australien, Argentinien, Südafrika oder China, um nur einige Länder zu nennen. Die  Gäste sind US-Amerikaner, Kanadier und Engländer. Auf der Bühne beantworten die Stars Fragen der Fans, erzählen über die Dreharbeiten und auch das ein oder andere Private. Man hat Gelegenheit, bei den Autogrammen und bei den gemeinsamen Fotos mit ihnen zu sprechen – und das fällt schwer genug. „Frozen-Brain“ wird dieser Augenblick von den Fans genannt, wenn man seinem Lieblingsstar gegenübersteht. Es gibt die Möglichkeit sich ein Ticket für ein „Meet&Greet“zu kaufen. In kleiner Runde kann man sich mit seinem Lieblingsschauspieler für eine halbe Stunde unterhalten. Da diese Tickets teuer sind, kaufen sie zumeist Betreiber von professionellen Blogs zur Serie und nutzen die Gelegenheit für Interviews.

Da die neuste Staffel in den USA bereits läuft, wenn die JiB stattfindet, ist es von Vorteil die gezeigten Episoden zu kennen. Nicht nur, um mitreden zu können. Die deutsche Synchronisation ist so schlecht, dass es sinnvoller ist, Supernatural im Original zu sehen. Das gilt für fast alle US-Serien. Und nebenbei verbessert man seine Sprachkenntnisse.

Für die Fans ist eine Convention die Gelegenheit andere „Supernatural-Family members“ zu treffen. Man kommt mit seinen Freunden, es gibt Leute, die man nur bei dieser Gelegenheit trifft oder lernt neue kennen. Und man trifft das erste Mal Online-Freunde von twitter oder facebook persönlich. Ein gemeinsames Wochenende mit ihnen und seinen Lieblingsschauspielern zu verbringen, ist jedes Mal ein aufregendes Erlebnis.

Auf einer Convention trifft die Welt aufeinander und die gemeinsame Sprache ist Englisch.

Es mag den einen oder anderen Fan geben, dem es reicht seine Stars lediglich zu sehen und zu hören, ohne zu verstehen was sie sagen. Doch demjenigen geht viel verloren. Denn eine Convention ist ein Gemeinschaftserlebnis. Es geht um das, was auch die Serie ausmacht. Lachen, Emotionen, Spaß, Aufregung, Freundschaft. Ohne eine gemeinsame Sprache geht viel davon verloren.

Zu vielen Gelegenheiten, bei denen Menschen aus verschiedenen Nationen zusammentreffen, ist es unumgänglich gutes Englisch zu können. Auf Messen, Kongressen, bei Geschäftsverhandlungen, Vorlesungen oder Vorträgen, in der Literatur und dem Austausch von Wissen, Forschung und Technik.  Ob beruflich oder privat, Englisch verstehen, sprechen, lesen und schreiben zu können bereichert und bringt einen vorwärts.

Und die beste Motivation eine Fremdsprache zu erlernen ist, interessante Menschen kennen zu lernen.